<?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?><rss version="2.0" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Agent 365 on DR.365</title><link>https://blog.dr365.io/de/tags/agent-365/</link><description>Recent content in Agent 365 on DR.365</description><generator>Hugo -- gohugo.io</generator><language>de-DE</language><lastBuildDate>Mon, 19 Oct 2026 07:00:00 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://blog.dr365.io/de/tags/agent-365/index.xml" rel="self" type="application/rss+xml"/><item><title>Agent Builder, Copilot Studio oder Foundry: Wer trägt das Risiko?</title><link>https://blog.dr365.io/de/p/agent-tools-risk-ownership/</link><pubDate>Mon, 19 Oct 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.dr365.io/de/p/agent-tools-risk-ownership/</guid><description>&lt;img src="https://blog.dr365.io/p/agent-tools-risk-ownership/cover.png" alt="Featured image of post Agent Builder, Copilot Studio oder Foundry: Wer trägt das Risiko?" /&gt;&lt;p&gt;In derselben Woche kommen drei Anfragen. Die Personalabteilung möchte einen Agent, der Fragen zur Reisekostenrichtlinie beantwortet. Der Service Desk möchte einen Agent, der Tickets im ITSM-Werkzeug anlegt. Die Rechtsabteilung möchte einen Agent, der Lieferantenverträge mit einer Klauselbibliothek abgleicht und Abweichungen markiert. Alle drei heißen „Agent“, und in den meisten Tenants könnte dieselbe Person alle drei an einem Nachmittag bauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Governance-Fragen dahinter unterscheiden sich stark, und viele davon beantwortet schon die Wahl des Werkzeugs, bevor jemand eine Richtlinie schreibt. Deshalb beginnt diese Serie hier, noch vor Lifecycle, Laufzeitkontrollen und Compliance. Microsoft hat kürzlich beschrieben, wie es im eigenen Tenant Mitarbeitende beim Bau von Agents unterstützt (&lt;a class="link" href="https://www.microsoft.com/insidetrack/blog/our-customer-zero-guide-enabling-agent-creation-across-microsoft-365-copilot-copilot-studio-and-foundry/" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Inside Track&lt;/a&gt;). Ich nehme diesen Leitfaden als Ausgangspunkt, schaue aber aus einer anderen Rolle darauf: als Betreiber in einer regulierten Umgebung, meist mit mehreren Tenants und einem IT-Dienstleister.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="drei-werkzeuge-drei-arten-von-buildern"&gt;Drei Werkzeuge, drei Arten von Buildern
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Agent Builder in Microsoft 365 Copilot richtet sich an Wissensarbeiter. Die Agents beantworten Fragen aus Inhalten, auf die der Benutzer ohnehin zugreifen kann: SharePoint, OneDrive, E-Mail, Teams-Nachrichten, Copilot-Connectoren, Dataverse oder das Web. Code Interpreter und Bilderzeugung sind eingebaut, „nur Abruf“ trifft es also nicht ganz. Externe Dienste aufrufen kann Agent Builder dagegen nicht. Aktionen, Connectoren und Workflows fehlen, dafür verweist Microsoft auf das Kopieren nach Copilot Studio (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/agent-builder-build-agents#capabilities" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Copilot Studio ist das Werkzeug für Maker, von geschulten Fachanwendern bis zu Power-Platform-Entwicklern. Agents erreichen über Connectoren andere Systeme, führen Agent Flows mit Genehmigungen aus, reagieren als autonome Agents auf Trigger und rufen andere Agents auf. Gesteuert wird über Umgebungen der Power Platform: Datenrichtlinien, getrennte Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen und eine Admin-Freigabe, bevor ein Agent für die ganze Organisation veröffentlicht wird (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365-copilot/extensibility/copilot-studio-experience" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Microsoft Foundry und das Microsoft 365 Agents Toolkit sind für Entwickler gedacht. In Foundry wählt das Team das Modell, schreibt die Orchestrierung selbst und betreibt den Agent als gehosteten Code mit eigener Entra-Identität (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/azure/foundry/agents/overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Mit dem Agents Toolkit in Visual Studio Code entstehen sowohl deklarative Agents, die wie Agent-Builder-Agents den Copilot-Orchestrator nutzen, als auch Custom Engine Agents mit eigener Orchestrierung (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/overview-custom-engine-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Wer das Risiko trägt, hängt deshalb an der Architektur und nicht am Werkzeug allein.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="wer-trägt-das-risiko"&gt;Wer trägt das Risiko?
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Microsoft ordnet die drei Werkzeuge danach, wer das Risiko trägt. Beim Agent Builder ist die Governance &lt;em&gt;intrinsisch&lt;/em&gt;: Die Plattform trägt das Risiko, weil der Agent innerhalb der bestehenden Grenzen von Microsoft 365 bleibt. Bei Copilot Studio ist sie &lt;em&gt;konfigurierbar&lt;/em&gt;: Der Administrator trägt das Risiko, weil Connectoren, Flows und Datenflüsse Regeln brauchen. Bei Foundry ist sie &lt;em&gt;explizit&lt;/em&gt;: Die Organisation trägt das Risiko, weil sie über Modell, Orchestrierung und Architektur entscheidet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img alt="Die drei Werkzeuge Agent Builder, Copilot Studio und Foundry im Vergleich nach Builder, Funktion, Datenquellen, Risikoverantwortung und Governance-Aufwand, darunter die Aufteilung zwischen Kunde und Dienstleister" class="gallery-image" data-flex-basis="281px" data-flex-grow="117" height="1364" loading="lazy" sizes="(max-width: 767px) calc(100vw - 30px), (max-width: 1023px) 700px, (max-width: 1279px) 950px, 1232px" src="https://blog.dr365.io/p/agent-tools-risk-ownership/tool-map-de.png" srcset="https://blog.dr365.io/p/agent-tools-risk-ownership/tool-map-de_hu_aea1366b95123598.png 800w, https://blog.dr365.io/p/agent-tools-risk-ownership/tool-map-de.png 1600w" width="1600"&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterscheidung finde ich hilfreich, beim ersten Modell aber mit einer Einschränkung. „Die Plattform trägt das Risiko“ beschreibt die technische Grenze. Agent Builder vergibt keine neuen Rechte und nutzt nur Inhalte, die der Benutzer ohnehin sieht (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365-copilot/extensibility/copilot-studio-experience#agent-builder-governance-principles" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Das Datenrisiko bleibt bei dir: Ein Agent auf einer übermäßig geteilten SharePoint-Site macht das Oversharing nur leichter auffindbar. Dazu kommt, dass standardmäßig jeder Benutzer Agent-Builder-Agents mit der ganzen Organisation teilen darf, und beim Teilen eines Agents können die zugrunde liegenden SharePoint-Dateien gleich mitgeteilt werden (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/agent-builder-share-manage-agents" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Die Plattform zieht die Grenzen. Ob die Daten darin in Ordnung sind, bleibt deine Aufgabe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Microsofts Zonenmodell für die Governance in Copilot Studio folgt derselben Linie: Zone 1 für Agent Builder und SharePoint-Agents mit reinem Lesezugriff, Zone 2 für Copilot Studio, Zone 3 für die professionelle Entwicklung mit Foundry und Copilot Studio (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/sec-gov-phase2" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Auf diesen Zonen baut Teil 2 auf.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fragen-bevor-jemand-baut"&gt;Fragen, bevor jemand baut
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Microsofts Leitfaden nennt Fragen, die sich Builder stellen sollen. Ich arbeite mit einer leicht veränderten Liste, weil Betreiber eine zusätzliche Frage brauchen:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Ziel: Was soll der Agent leisten, und woran merkst du, dass er es tut?&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Daten: Welche Quellen braucht er, und sind das persönliche, Team- oder Unternehmensdaten? Die Klassifizierung zählt genauso wie der Ablageort.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Arbeitsweise: Soll er Informationen abrufen, in anderen Systemen handeln oder selbstständig laufen? Abruf passt zum Agent Builder. Aktionen führen spätestens zu Copilot Studio. Bei autonomen Agents ohne angemeldeten Benutzer verlagert sich der größte Teil des Risikos in die Konfiguration.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Reichweite: Ein Agent für fünf Kollegen und einer im Katalog der Organisation sind zwei verschiedene Produkte.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Betrieb: Wer betreibt den Agent nach dem Go-live, und in welchem Tenant? Diese Frage fehlt nach meiner Erfahrung am häufigsten. Sie entscheidet, wer Wissensquellen aktuell hält, Berechtigungen prüft und den Agent abschaltet.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;h2 id="die-sicht-des-betreibers"&gt;Die Sicht des Betreibers
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Microsoft beschreibt einen einzelnen, sehr großen Tenant mit eigenem CISO-Office, einem internen Portal für Builder und einem Team, das die Hürden für Maker misst. Nach Microsofts Angaben stieg die Zahl der monatlich aktiven Maker von etwa 2.000 auf 20.000, rund 150.000 persönliche Entwicklungsumgebungen stehen unter Governance, und die gemessenen Hürden für Maker sanken von etwa 50 auf 5 Prozent (&lt;a class="link" href="https://www.microsoft.com/insidetrack/blog/our-customer-zero-guide-enabling-agent-creation-across-microsoft-365-copilot-copilot-studio-and-foundry/" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Inside Track&lt;/a&gt;). Das sind Zahlen aus Microsofts eigenem Tenant. Als Maßstab für einen Versorger mit 3.000 Beschäftigten würde ich sie nicht nehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In regulierten Umgebungen mit Dienstleister ändern sich drei Dinge.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="der-administrator-arbeitet-oft-für-jemand-anderen"&gt;Der Administrator arbeitet oft für jemand anderen
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Dienstleister halten Admin-Rollen im Kunden-Tenant meist über GDAP, auf einzelne Rollen beschränkt und befristet. Microsoft bietet inzwischen eine Verwaltung von Agents über mehrere Tenants im Microsoft 365 Admin Center an, derzeit als Preview. Mit der Rolle AI Administrator kann ein Dienstleister Agents in allen verwalteten Tenants an einer Stelle einsehen, installieren und blockieren. Risikosignale und Aktivitätsdaten setzen Agent-365-Lizenzen voraus (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-multi-tenant" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Das hilft im Alltag und macht eine Frage dringlicher: Wenn im konfigurierbaren Modell „der Administrator“ das Risiko trägt, welcher Administrator ist dann gemeint?&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="die-drei-modelle-teilen-sich-zwischen-kunde-und-dienstleister-auf"&gt;Die drei Modelle teilen sich zwischen Kunde und Dienstleister auf
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Mein Arbeitsmodell, nicht Microsofts:&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
	&lt;thead&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;th&gt;Modell&lt;/th&gt;
					&lt;th&gt;Kunde&lt;/th&gt;
					&lt;th&gt;Dienstleister&lt;/th&gt;
			&lt;/tr&gt;
	&lt;/thead&gt;
	&lt;tbody&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;Intrinsisch (Agent Builder)&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Datenrisiko: Berechtigungen, Labels, was geteilt wird&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Die Einstellungen, die er vertraglich verwaltet, etwa Teilen und Registry-Prüfung&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;Konfigurierbar (Copilot Studio)&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Freigabe von Agents und Connectoren, fachliche Verantwortung&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Umgebungen, Datenrichtlinien und Connector-Regeln, wenn er sie entwirft und betreibt&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;Explizit (Foundry)&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Zweck, Daten und Abnahme&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Modell, Code und Release-Prozess, wenn er den Agent baut&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;In der mittleren Zeile sind Verträge meist ungenau. In die Leistungsbeschreibung gehört, wer die Datenrichtlinien pflegt und wie schnell eine Anfrage zum Sperren eines Agents umgesetzt wird. Die letzte Zeile hat eine regulatorische Seite: Ein Dienstleister, der für einen Kunden einen Agent baut, kann je nach Zweck und Namensgebung nach dem AI Act in die Anbieterrolle rutschen. Darum geht es in Teil 4.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="shadow-ai-wiegt-anders"&gt;Shadow AI wiegt anders
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Microsoft argumentiert, dass zu viel Kontrolle das Risiko nicht beseitigt, sondern Builder zu nicht genehmigten Werkzeugen treibt und dabei Produktivität und Transparenz kostet. Dem Mechanismus stimme ich zu. In regulierten Umgebungen ziehe ich die Grenze aber nach der Funktion statt nach dem Werkzeug. Zone 1 darf offen bleiben: Agent-Builder-Agents auf Inhalten, die die Leute ohnehin lesen dürfen, und org-weites Teilen nur für eine festgelegte Gruppe. Die harte Grenze gehört dorthin, wo ein Agent in anderen Systemen handelt oder ohne angemeldeten Benutzer läuft. Ein Argument wiegt unter NIS2 außerdem schwerer als bei Microsoft: Ein Agent, den niemand registriert hat, fehlt im Inventar der IT-Systeme, und genau danach fragen Prüfer.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fünf-dinge-die-du-morgen-prüfen-kannst"&gt;Fünf Dinge, die du morgen prüfen kannst
&lt;/h2&gt;&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Prüfe, wer Agent-Builder-Agents mit der ganzen Organisation teilen darf. Hat niemand etwas geändert, sind das alle.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Filtere die Agent Registry nach Plattform und zähle die Agents je Werkzeug. So siehst du, welches Risikomodell in deinem Tenant überwiegt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Halte für jeden Kunden-Tenant fest, wer die Rollen AI Administrator und Power Platform Administrator hat, der Kunde oder der Dienstleister.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Nimm die Frage nach dem Betrieb (wer, in welchem Tenant) in dein Antragsformular für Agents auf.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Prüfe, ob deine Agent-365-Lizenzen die Tenants abdecken, in denen du Risikosignale brauchst. Ohne sie zeigt die Registry das Inventar, aber keine Risiken (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry#agent-risks" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;h2 id="wie-die-serie-weitergeht"&gt;Wie die Serie weitergeht
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Teil 2, Lifecycle: Wie viel Lifecycle ein Agent braucht und wie er sich zwischen Admin Center, Umgebungen in Copilot Studio und einem Release-Prozess in Foundry unterscheidet (&lt;a class="link" href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/" &gt;Teil 2&lt;/a&gt;).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Teil 3, Laufzeit: Mit wessen Rechten ein Agent handelt, wenn er Tools und andere Agents aufruft, und wo sich dabei die Verantwortung verschiebt (&lt;a class="link" href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-runtime-governance-delegation/" &gt;Teil 3&lt;/a&gt;).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Teil 4, Compliance: Wer unter AI Act, DSGVO, NIS2 und ISO 27001/42001 welche Nachweise liefern muss und wie viel davon aus Microsoft 365 kommt (&lt;a href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-compliance-map/"&gt;Teil 4&lt;/a&gt;).&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h2 id="quellen"&gt;Quellen
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://www.microsoft.com/insidetrack/blog/our-customer-zero-guide-enabling-agent-creation-across-microsoft-365-copilot-copilot-studio-and-foundry/" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Inside Track: Our Customer Zero guide to enabling agent creation across Microsoft 365 Copilot, Copilot Studio, and Foundry (Alex Fleck, 8. Oktober 2026)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365-copilot/extensibility/copilot-studio-experience" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent Builder oder Copilot Studio für den Agent-Bau wählen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/agent-builder-build-agents" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agents in Agent Builder erstellen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/agent-builder-share-manage-agents" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agents aus Agent Builder teilen und verwalten&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/azure/foundry/agents/overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agents in Microsoft Foundry&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/overview-custom-engine-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Custom Engine Agents für Microsoft 365&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/sec-gov-phase2" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Zoned Governance in Copilot Studio&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-multi-tenant" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agents über mehrere Tenants im Microsoft 365 Admin Center verwalten (Preview)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent Registry im Microsoft 365 Admin Center&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description></item><item><title>Agent-Governance zur Laufzeit: Mit wessen Rechten handelt ein delegierter Agent?</title><link>https://blog.dr365.io/de/p/agent-runtime-governance-delegation/</link><pubDate>Sat, 17 Oct 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.dr365.io/de/p/agent-runtime-governance-delegation/</guid><description>&lt;img src="https://blog.dr365.io/p/agent-runtime-governance-delegation/cover.png" alt="Featured image of post Agent-Governance zur Laufzeit: Mit wessen Rechten handelt ein delegierter Agent?" /&gt;&lt;p&gt;Ein Mitarbeiter fragt den HR-Agent im Intranet, wie viele Urlaubstage ihm noch zustehen. Der HR-Agent kennt die Urlaubsrichtlinie, aber keine Zahlen. Also gibt er die Frage an einen verbundenen Payroll-Agent weiter, den ein anderes Team gebaut hat. Der Payroll-Agent fragt das Personalsystem über einen Konnektor ab. Eingerichtet ist dieser Konnektor mit dem Konto der Person, die den Payroll-Agent gebaut hat, und diese Person darf die Daten aller Mitarbeitenden lesen. Ob die Antwort nur die eigenen Urlaubstage enthält oder auch die eines Kollegen, entscheidet jetzt das Sprachmodell.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Formal ist dabei alles in Ordnung. Beide Agents haben einen Owner, beide sind registriert und freigegeben. Die Frage, mit wessen Rechten der zweite Agent handelt, stellt sich erst im Moment des Aufrufs. Um diesen Moment geht es in diesem Artikel.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="entwurfszeit-und-laufzeit"&gt;Entwurfszeit und Laufzeit
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;In &lt;a class="link" href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/" &gt;Teil 2&lt;/a&gt; ging es um Governance zur Entwurfszeit: drei Zonen, sieben Phasen, ein Owner pro Agent und die Entscheidung Go, Change, Hold oder Stop. Diese Entscheidungen fallen einmal, bevor ein Agent in Produktion geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Laufzeit entscheidet der Agent bei jeder Anfrage neu, welches Tool er aufruft, welchen anderen Agent er einbindet und welche Daten er dabei weitergibt. Diese Entscheidungen trifft ein Sprachmodell. Governance zur Laufzeit heißt für mich, dass Identität, Richtlinie, Autorisierung und Protokollierung an jedem dieser Übergänge greifen, egal was das Modell vorschlägt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-tools-risk-ownership/"&gt;Teil 1&lt;/a&gt; ordnet die Werkzeuge drei Modellen zu: Bei Agent Builder trägt die Plattform das Risiko, bei Copilot Studio der Administrator, bei Foundry die Organisation. Zur Laufzeit wird diese Zuordnung konkret, und an manchen Stellen verschiebt sie sich. Agent-Builder-Agents rufen keine externen Dienste auf, ihr Laufzeitrisiko sind die Berechtigungen des Benutzers. In Copilot Studio entsteht Verantwortung an jedem einzelnen Tool. Wer dort Maker-Anmeldeinformationen einträgt, holt sich einen Teil des Risikos vom Administrator auf den eigenen Tisch. Bei Foundry baut die Organisation die Kontrollen selbst, etwa Guardrails, die Tool-Aufrufe und Tool-Antworten prüfen (Preview) (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/azure/foundry/guardrails/guardrails-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Dieser Beitrag konzentriert sich auf Copilot Studio, weil sich dort die meisten Übergänge konfigurieren lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img alt="Delegationskette vom Benutzer über zwei Agents und einen MCP-Server bis zum Fachsystem, mit Prüfpunkten an jedem Übergang" class="gallery-image" data-flex-basis="176px" data-flex-grow="73" height="2170" loading="lazy" sizes="(max-width: 767px) calc(100vw - 30px), (max-width: 1023px) 700px, (max-width: 1279px) 950px, 1232px" src="https://blog.dr365.io/p/agent-runtime-governance-delegation/runtime-governance-de.png" srcset="https://blog.dr365.io/p/agent-runtime-governance-delegation/runtime-governance-de_hu_6a441fb82e10684.png 800w, https://blog.dr365.io/p/agent-runtime-governance-delegation/runtime-governance-de.png 1600w" width="1600"&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="die-anmeldung-am-ersten-agent-reicht-nicht"&gt;Die Anmeldung am ersten Agent reicht nicht
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Dass sich ein Benutzer am HR-Agent angemeldet hat, sagt nichts darüber, was der Payroll-Agent zwei Schritte weiter darf. Die Identität des Benutzers muss bis zum Fachsystem mitgehen. In Copilot Studio legt das jedes Tool einzeln fest: Es nutzt entweder die Anmeldeinformationen des Endbenutzers oder die des Makers. Standard ist der Endbenutzer, und der automatische Security-Scan warnt vor dem Veröffentlichen, wenn ein Maker das umstellt (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/security-scan" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Admin kann ich vom Maker bereitgestellte Anmeldeinformationen im Power Platform Admin Center pro Umgebung oder Umgebungsgruppe abschalten (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/configure-no-maker-authentication" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Dann läuft jede Aktion unter der Identität der Person, die gerade fragt. Das hat einen Preis: Autonome Agents, die per Zeitplan oder Ereignis ohne angemeldeten Benutzer starten, schlagen in solchen Umgebungen fehl. Ich würde die Einstellung deshalb in den Produktionsumgebungen für Zone 2 und 3 erzwingen und autonome Agents in eine eigene Umgebung mit eigenen Regeln legen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Entra heißt dasselbe Muster On-behalf-of. Der Agent tauscht das Token des Benutzers gegen ein neues, das für die Zielressource ausgestellt ist, und Conditional Access bewertet diesen Tausch (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/identity/conditional-access/agent-id" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Daneben hat der Agent eine eigene Identität. Neue Copilot-Studio-Agents erhalten seit Mai 2026 automatisch eine Microsoft Entra Agent ID, im Standard-Harness beim Anlegen, im GitHub-Copilot-Harness beim ersten Veröffentlichen. Ihr Owner wird dort als Sponsor eingetragen (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/govern-agents-identities-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="kontrollen-gehören-nicht-in-den-prompt"&gt;Kontrollen gehören nicht in den Prompt
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Welches Tool ein Agent als Nächstes aufruft, entscheidet das Modell, und diese Entscheidung lässt sich über eine präparierte E-Mail oder ein Dokument in der Wissensquelle beeinflussen. Eine Regel, die nur in den Anweisungen des Agents steht („Gib keine Gehaltsdaten heraus“), ist deshalb eine Bitte an das Modell. Durchsetzen lässt sie sich nur außerhalb davon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Microsoft 365 hat dafür mehrere Ebenen. Datenrichtlinien im Power Platform Admin Center legen fest, welche Konnektoren ein Agent nutzen darf, und die Konnektor-Plattform prüft das bei jedem Aufruf erneut (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/govern-agents-identities-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Conditional Access bewertet Tokens für Agent-Identitäten. Microsoft Defender kann Tool-Aufrufe von Copilot-Studio-Agents in Echtzeit prüfen und blockieren, derzeit als Preview (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/defender-xdr/security-for-ai/ai-agent-real-time-protection" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Technisch fragt der Agent vor jedem Tool-Aufruf einen externen Dienst, ob er ausführen darf. Kommt innerhalb einer Sekunde keine Antwort, lässt Copilot Studio den Aufruf standardmäßig zu. In regulierten Umgebungen würde ich das Fehlerverhalten auf Blockieren stellen (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/external-security-provider" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="kontext-bewusst-begrenzen"&gt;Kontext bewusst begrenzen
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Was ein Agent weitergibt, ist genauso wichtig wie das, was er abruft. Ein Child Agent bekommt in Copilot Studio immer den Kontext des Hauptagents. Bei einem verbundenen Agent lässt sich die Weitergabe des Gesprächsverlaufs abschalten, dann erhält er nur die konkrete Aufgabe (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/add-agent-copilot-studio-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Im Beispiel würde ich genau das tun. Der Payroll-Agent braucht die Frage nach den Urlaubstagen. Den Verlauf, in dem der Mitarbeiter vorher vielleicht von seiner Krankheit erzählt hat, braucht er nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf der Datenseite greifen die bekannten Werkzeuge. Copilot Studio gibt nur Inhalte zurück, auf die der Benutzer selbst Zugriff hat. Bei Dateien, deren Sensitivity Label verschlüsselt, braucht er zusätzlich das Nutzungsrecht EXTRACT (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/purview/ai-copilot-studio" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Dieser Schutz hängt aber daran, dass mit Benutzerrechten abgefragt wird. Ein Tool mit Maker-Anmeldeinformationen sieht, was der Maker sieht.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="mcp-server-wie-eine-api-behandeln"&gt;MCP-Server wie eine API behandeln
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Das Model Context Protocol (MCP) regelt, wie ein Agent Tools findet und aufruft. Autorisierung ist in der Spezifikation ausdrücklich optional. Setzt ein Server sie um, arbeitet er als OAuth-2.1-Resource-Server: Er muss prüfen, dass ein Token für ihn ausgestellt wurde, und darf fremde Tokens weder annehmen noch weiterreichen (&lt;a class="link" href="https://modelcontextprotocol.io/specification/2026-07-28/basic/authorization" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;MCP-Spezifikation&lt;/a&gt;). Ob ein Server das tut, steht in seinem Code. Ich behandle jeden MCP-Server deshalb wie die API eines Drittanbieters und kläre, wer ihn betreibt, welche Daten er sieht, wie er authentifiziert und wer ihn freigibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Copilot Studio bindet MCP-Server über einen Assistenten an, mit den Optionen keine Authentifizierung, API-Key oder OAuth 2.0. Weil der Zugriff technisch über Power-Platform-Konnektoren läuft, gelten die Datenrichtlinien auch für MCP-Server (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/mcp-add-existing-server-to-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Mit Agent 365 kommt eine zweite Ebene dazu. Im Microsoft 365 Admin Center unter Agents &amp;gt; Tools lassen sich MCP-Server für die ganze Organisation sperren. Bei unterstützten Servern lassen sich auch einzelne Tools abschalten, etwa Schreib- und Löschfunktionen, während Lesefunktionen erlaubt bleiben. Diese Granularität wird gerade ausgerollt und vom Agent 365 Tooling Gateway zur Laufzeit durchgesetzt (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/manage-plugins-skills-mcp-servers" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="die-control-plane-registry-identität-schutz-audit"&gt;Die Control Plane: Registry, Identität, Schutz, Audit
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Die bisher genannten Werkzeuge verteilen sich auf mehrere Portale. Zusammengeführt werden sie in der Agent Registry im Microsoft 365 Admin Center. Agent 365 ist seit 1. Mai 2026 allgemein verfügbar und wird pro Benutzer lizenziert (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-agent-365/overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Die Registry zeigt Agents aller Plattformen, auch die in Entra registrierten, und bündelt mit passender Lizenz die Risikosignale aus Purview, Entra und Defender pro Agent (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entra Agent ID liefert die Identität mit Sponsor, Conditional Access und ID Protection für Agents. Purview protokolliert Prompts und Antworten im Unified Audit Log und zeigt sie in DSPM for AI. Für Agent 365 umfasst das ausdrücklich auch Interaktionen zwischen Agent und Tool sowie zwischen Agents (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/purview/ai-agent-365" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Bei der Lizenzplanung lohnt ein genauer Blick: Conditional Access für Agents setzt Microsoft 365 E7 voraus oder Agent 365 zusammen mit mindestens Entra ID P1 bzw. Microsoft 365 E3 (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/identity/conditional-access/agent-id" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Lizenzbedingungen ändern sich oft, die aktuelle Fassung gehört vor jeden Rollout.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="delegation-ohne-automatische-rechtevererbung"&gt;Delegation ohne automatische Rechtevererbung
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Zurück zum Payroll-Agent. Microsoft schreibt in den eigenen Mustern für Multi-Agent-Lösungen, dass ein verbundener Agent Zugriff auf Dinge haben kann, die der Hauptagent nicht hat, und dass solche Aufrufe wie jede andere mächtige Aktion zu behandeln sind (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/multi-agent-patterns" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Ich leite daraus drei Regeln ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens nutzen alle Tools in verbundenen Agents Endbenutzer-Anmeldeinformationen, solange es keinen dokumentierten Grund dagegen gibt. Zweitens bleibt die Einstellung „Let other agents connect to and use this one“ aus, wenn ein Agent nicht ausdrücklich als Baustein gedacht ist. Standardmäßig darf sich jeder Agent in derselben Umgebung mit ihm verbinden (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/add-agent-copilot-studio-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Drittens bekommen Agents mit eigener Identität ihre Berechtigungen über Access Packages mit Ablaufdatum. Der Sponsor wird vor dem Ablauf benachrichtigt und muss eine Verlängerung aktiv beantragen. Diese Funktion ist noch in der Preview (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/id-governance/agent-id-governance-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="menschliche-freigabe-bei-hoher-auswirkung"&gt;Menschliche Freigabe bei hoher Auswirkung
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Manche Aktionen sollte kein Agent allein ausführen, zum Beispiel Zahlungen, Änderungen an Stammdaten, das Löschen von Datensätzen oder Berechtigungsänderungen. Agent Flows in Copilot Studio bringen dafür Human-in-the-Loop-Aktionen mit, also Genehmigungen und Rückfragen an Menschen (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/flows-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Mehrstufige Genehmigungen kombinieren manuelle Stufen mit KI-Stufen und Bedingungen dazwischen, sind aber noch in der Preview (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/flows-advanced-approvals" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Eine KI-Stufe kann Routinefälle vorsortieren. Bei Aktionen mit hoher Auswirkung würde ich am Ende immer eine menschliche Stufe setzen, damit die Entscheidung einer Person zugeordnet ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Entscheidend ist, wo die Freigabe sitzt. Sie gehört in den Flow, der die Aktion ausführt. Steht sie nur in den Anweisungen des Agents, entscheidet wieder das Modell, ob es überhaupt fragt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="was-das-für-regulierte-umgebungen-heißt"&gt;Was das für regulierte Umgebungen heißt
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Wer in Deutschland unter NIS2 fällt, muss nach § 30 BSIG unter anderem Konzepte für die Zugriffskontrolle erstellen und Lösungen zur Multi-Faktor- oder kontinuierlichen Authentifizierung einsetzen (&lt;a class="link" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bsig_2025/__30.html" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;§ 30 BSIG&lt;/a&gt;). Agents nennt das Gesetz nicht. Ich sehe aber keinen Grund, einen Agent, der im Personalsystem liest, anders zu behandeln als ein Dienstkonto, das dasselbe tut. Das ist meine fachliche Einschätzung und keine Rechtsberatung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die Nachvollziehbarkeit muss sich bei jeder Aktion klären lassen, welcher Benutzer sie ausgelöst hat, welche Agents beteiligt waren und unter welcher Identität das Fachsystem angesprochen wurde. Das Unified Audit Log liefert einen großen Teil davon. Bei verbundenen Agents entstehen allerdings getrennte Transkripte, die erst über Kennungen in der Telemetrie zusammenfinden (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/multi-agent-patterns" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Wer im Ernstfall schnell berichten muss, sollte diese Abfrage vorher einmal gebaut haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für die Rezertifizierung gehören Agent-Identitäten in denselben Review-Zyklus wie Dienstkonten. Sponsor und Access Packages mit Ablaufdatum machen das in Entra möglich, ohne dass jemand eine Excel-Liste pflegt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit einem Dienstleister kommt eine Frage dazu: Wer betreibt die Laufzeitkontrollen? Datenrichtlinien, Conditional Access für Agents und Regeln im Defender-Echtzeitschutz liegen oft beim Dienstleister, die Genehmigungen in Agent Flows beim Fachbereich des Kunden. Defender kann zum Beispiel einen Tool-Aufruf blockieren, der eine E-Mail an eine unsichere Domain schicken würde (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/defender-xdr/security-for-ai/ai-agent-real-time-protection" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Wer die zugehörige Warnung nachts sieht und wer den Agent daraufhin sperren darf, muss vorher feststehen. Die Verwaltung über mehrere Tenants im Microsoft 365 Admin Center (Preview) macht das Sperren über Tenant-Grenzen hinweg technisch einfach (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-multi-tenant" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Die Befugnis dazu gehört in den Vertrag.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="wo-microsoft-heute-noch-lücken-hat"&gt;Wo Microsoft heute noch Lücken hat
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Conditional Access auf die Agent-Identität wird derzeit nur ausgewertet, wenn ein Copilot-Studio-Agent in Microsoft Teams läuft. Andere Kanäle rufen Konnektoren weiter über den bisherigen Power-Platform-Weg auf (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/govern-agents-identities-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Dazu kommt: Custom Connectors, MCP-Server und REST-Tools tragen keine Berechtigungen an der Agent ID ein. Ausgerechnet bei MCP bleibt die Sicht in Entra also unvollständig. Agents aus dem Agent Builder bekommen gar keine Agent ID.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie die Identität zwischen Hauptagent und verbundenem Agent technisch weitergegeben wird, beschreibt die Dokumentation nicht. Für den Standard-Harness heißt es nur, dass man den verbundenen Agent je nach Authentifizierung zusätzlich mit den Endbenutzern teilen muss. Bevor ich mich darauf verlasse, würde ich das im eigenen Tenant testen. Außerdem sind mehrere der genannten Laufzeitkontrollen noch Preview oder im Rollout, darunter der Defender-Echtzeitschutz für Copilot Studio, mehrstufige Genehmigungen und die Sperre einzelner MCP-Tools.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fünf-dinge-die-du-morgen-prüfen-kannst"&gt;Fünf Dinge, die du morgen prüfen kannst
&lt;/h2&gt;&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Prüfe im Power Platform Admin Center, ob in deinen Produktionsumgebungen vom Maker bereitgestellte Anmeldeinformationen erlaubt sind. Das &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/admin-agent-inventory" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agent-Inventar&lt;/a&gt; zeigt im Feld &lt;code&gt;connectionProvider&lt;/code&gt; (Preview), welche Konnektor-Aktionen sie nutzen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Liste für deinen wichtigsten Agent alle verbundenen Agents und Child Agents auf und kläre für jeden, ob er den Gesprächsverlauf erhält.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Öffne im Microsoft 365 Admin Center unter Agents &amp;gt; Tools die Liste der MCP-Server und sperre alles, dessen Betreiber du nicht kennst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Prüfe im Microsoft Entra Admin Center, ob jede Agent-Identität einen Sponsor hat.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Such dir eine Aktion mit hoher Auswirkung, die ein Agent heute ausführen kann, und setz eine Genehmigung in den Flow davor.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Gegen welche Regelwerke du Agent-Governance nachweisen musst und wer welche Nachweise liefert, beschreibe ich in &lt;a href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-compliance-map/"&gt;Teil 4&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="quellen"&gt;Quellen
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/govern-agents-identities-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent identities and authentication for Copilot Studio&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/configure-no-maker-authentication" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Control maker-provided credentials for authentication&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/security-scan" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Automatic security scan in Copilot Studio&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/identity/conditional-access/agent-id" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Conditional Access for agents&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/multi-agent-patterns" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Multi-agent orchestration patterns and best practices&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/add-agent-copilot-studio-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Connect to an existing Copilot Studio agent&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/mcp-add-existing-server-to-agent" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Connect your agent to an existing MCP server&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/manage-plugins-skills-mcp-servers" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Manage plugins, skills, and MCP servers&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/external-security-provider" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Enable external threat detection for Copilot Studio agents&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/defender-xdr/security-for-ai/ai-agent-real-time-protection" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Protect AI agents in real time using Microsoft Defender&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/azure/foundry/guardrails/guardrails-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Guardrails in Microsoft Foundry&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-multi-tenant" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agents über mehrere Tenants verwalten (Preview)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/purview/ai-copilot-studio" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Purview for Copilot Studio&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/purview/ai-agent-365" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Purview for Microsoft Agent 365&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-agent-365/overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Overview of Microsoft Agent 365&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Manage agent registry in the Microsoft 365 admin center&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/id-governance/agent-id-governance-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Governing agent identities&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/flows-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent flows overview&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/flows-advanced-approvals" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Multistage and AI approvals in agent flows&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/admin-agent-inventory" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Copilot Studio agent inventory&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://modelcontextprotocol.io/specification/2026-07-28/basic/authorization" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Model Context Protocol: Authorization (Spezifikation 2026-07-28)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bsig_2025/__30.html" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;§ 30 BSIG: Risikomanagementmaßnahmen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Die Anregung zu diesem Artikel kam aus einem LinkedIn-Post von Rajeev Yadav.&lt;/p&gt;</description></item><item><title>Auf Menschentempo ausgelegt: Was Anthropics neue Versionskontrolle für die IT-Strategie bedeutet</title><link>https://blog.dr365.io/de/p/agent-scale-enterprise-it-strategy/</link><pubDate>Wed, 14 Oct 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.dr365.io/de/p/agent-scale-enterprise-it-strategy/</guid><description>&lt;img src="https://blog.dr365.io/p/agent-scale-enterprise-it-strategy/cover.png" alt="Featured image of post Auf Menschentempo ausgelegt: Was Anthropics neue Versionskontrolle für die IT-Strategie bedeutet" /&gt;&lt;p&gt;Im Mai 2026 hat Anthropic rund 2.500 Code-Änderungen pro Tag in sein Monorepo gemergt. Im September waren es über 30.000. Git und die Mirror-Infrastruktur drumherum kamen nicht mehr hinterher, also hat ein Team aus sieben Leuten ein eigenes Versionskontrollsystem gebaut und das komplette Monorepo in fünf Monaten migriert (&lt;a class="link" href="https://www.anthropic.com/engineering/redesigning-source-control" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Anthropic Engineering&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kaum jemand, der das hier liest, wird ein Versionskontrollsystem bauen. Darum geht es bei der Geschichte auch nicht. Jede Organisation hat Prozesse, die auf das Tempo von Menschen ausgelegt sind: Change Advisory Boards, Vier-Augen-Freigaben, Access Reviews, CI-Pipelines, Budgets in Personentagen. Sobald Agents einen großen Teil der Arbeit erledigen, werden genau diese Prozesse zum Engpass. Die Frage ist, welche davon du umbaust, bevor sie brechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurz gesagt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Agents werden zu den Hauptnutzern deiner Systeme. Architekturentscheidungen sollten von Maschinen-Clients ausgehen, die immer online sind und APIs in hoher Frequenz aufrufen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Review und Freigabe müssen weg von „ein Mensch hat alles angesehen“ hin zu Regeln, die festlegen, wo ein Mensch hinsehen muss.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Jeder Agent braucht eine Identität, eine verantwortliche Person und eine Kostenstelle. Ohne diese drei kannst du Agentenarbeit weder steuern noch budgetieren.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h2 id="was-anthropic-tatsächlich-geändert-hat"&gt;Was Anthropic tatsächlich geändert hat
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;In den Schlagzeilen heißt es „Anthropic hat Git rausgeworfen“. Der Engineering-Beitrag selbst ist vorsichtiger. Das neue System heißt Scion, das Review-Werkzeug Antique. Anthropic schreibt ausdrücklich, dass Scion kein allgemeiner Ersatz für Git ist, weil dafür die gesamte Entwicklungs-Toolchain ersetzt werden müsste. Veröffentlicht wurde das Design, damit Git-Plattformen Teile davon übernehmen können.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum sie es trotzdem gemacht haben, zeigen die Zahlen. Die Historie des Main-Branch umfasst fast 100 GB, eine komprimierte Arbeitskopie über 25 GB, und die CI zieht rund 25 Millionen Checkouts pro Tag. Git ist für verteilte Clients gebaut, die offline arbeiten. Die Clients bei Anthropic sind fast ausschließlich Agents und Jobs, die immer online sind. Scion verlagert die teure Arbeit auf den Server: Commits, Merges, Rebases, Historie und Blame laufen dort, Clients bekommen schlanke, virtualisierte Checkouts, die Dateien bei Bedarf nachladen, und vieles ist per API ganz ohne lokales Repository nutzbar. Laut Beitrag braucht die neue Infrastruktur etwa 200-mal weniger CPU und Speicher als die alten Git-Mirrors, CI-Checkouts dauern Sekunden statt Minuten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drei Entscheidungen aus dem Beitrag sind über Versionskontrolle hinaus relevant:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Es gibt keine Merge Queue mit globalem Lock. Anthropic hat stattdessen in Tests nach dem Merge und vor dem Deployment investiert. Konflikte zwischen parallelen Änderungen kommen vor, und Claude behebt sie meist schneller, als ein Mensch sie bemerken würde.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Antique kann semantische Regeln für Freigaben abbilden. Eine Änderung nur an Kommentaren wird anders behandelt als eine Änderung an sensibler Logik, damit menschliche Reviewer ihre Zeit dort verbringen, wo es zählt.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Zugriffssteuerung auf Repository- und Verzeichnisebene war von Anfang an eingebaut, nicht nachträglich ergänzt.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;h2 id="agents-sind-die-neuen-hauptnutzer"&gt;Agents sind die neuen Hauptnutzer
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Die erste Lehre betrifft die Architektur. Die meisten Unternehmenssysteme gehen von einem Menschen vor einem Bildschirm aus. Agents verhalten sich anders: Sie pollen, sie laufen parallel, und Mittagspause machen sie auch keine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Microsoft 365 sieht man das heute schon am Throttling von Microsoft Graph. Microsoft nennt zwei typische Ursachen: viele Anfragen über alle Anwendungen eines Tenants hinweg und viele Anfragen einer Anwendung über alle Tenants hinweg. Regelmäßiges Abfragen einer Ressource und wiederholtes Durchsuchen von Collections werden ausdrücklich als Muster genannt, die zu Throttling führen. Empfohlen werden stattdessen Delta Queries und Change Notifications, für große Datenmengen verweist Microsoft auf Graph Data Connect statt der REST-APIs (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/graph/throttling" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). SharePoint Online geht noch einen Schritt weiter: Eine Anwendung, die Limits dauerhaft überschreitet, kann komplett blockiert werden (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/sharepoint/dev/general-development/how-to-avoid-getting-throttled-or-blocked-in-sharepoint-online" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Hinweise wurden für Integrationsentwickler geschrieben. Inzwischen gelten sie für jeden Agent, der im Auftrag von jemandem Postfächer, Sites oder Teams-Kanäle liest. Wenn ich ein Agent-Szenario bewerte, frage ich deshalb zuerst, wie es Änderungen erkennt, und erst danach, was es tut. Ein Agent, der alle zehn Minuten eine Dokumentbibliothek komplett durchsucht, läuft im Pilot einwandfrei und wird zum Problem, wenn 40 Abteilungen ihn kopieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für eigene Systeme gilt dasselbe in umgekehrter Richtung. Wenn Agents die Hauptnutzer einer internen Plattform werden, braucht sie eine ordentliche API, Change Feeds und Limits pro Client. Eine Weboberfläche mit einem Scraping-Agent davor ist der Git-Mirror deiner Organisation: Sie funktioniert, bis das Volumen sich verzehnfacht.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="review-nach-absicht-statt-zeile-für-zeile"&gt;Review nach Absicht statt Zeile für Zeile
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Die zweite Lehre betrifft Kontrollprozesse. Das Team bei Anthropic prüft weiterhin jede Änderung, aber es prüft die Absicht und nicht jede Zeile. Ihre wichtigste Aufgabe ist nach eigener Beschreibung, Claude „Nein“ zu sagen: wenn Systemgrenzen verletzt werden oder Claude wegen hypothetischer Bedenken überkonstruiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In regulierten Umgebungen ist das der unbequeme Teil. Viele Change-Prozesse versprechen implizit, dass eine qualifizierte Person alles geprüft hat. Bei 30.000 Änderungen am Tag lässt sich dieses Versprechen nicht halten, und ehrlich gesagt wurde es oft schon bei 30 pro Woche nicht gehalten. Das CAB, das in 45 Minuten einen Stapel Changes durchwinkt, prüft vor allem, ob das Formular vollständig ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach meiner Erfahrung wollen Auditoren Belege dafür sehen, dass Änderungen kontrolliert und nachvollziehbar sind. NIS2 verlangt Risikomanagementmaßnahmen, zu denen auch Sicherheit bei Entwicklung und Wartung gehört; dass ein Mensch jede Zeile liest, schreibt die Richtlinie nicht vor. Damit bleibt Raum für ein Modell, das ITIL als Standard Changes kennt, angewendet auf die Arbeit von Agents:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Geringes Risiko&lt;/strong&gt; (Dokumentation, Tests, Formatierung, Konfiguration innerhalb definierter Leitplanken): automatische Prüfungen, kein verpflichtendes menschliches Review, vollständige Protokollierung.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Mittleres Risiko&lt;/strong&gt; (Geschäftslogik, Integrationen): menschliches Review von Absicht und Testnachweisen, mit der Zusammenfassung des Agents als Grundlage.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Hohes Risiko&lt;/strong&gt; (Authentifizierung, Berechtigungen, Datenflüsse über Vertrauensgrenzen, alles Regulierte): Review Zeile für Zeile durch eine benannte Person, wie bisher.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Was über die Stufe entscheidet, muss eine Regel sein und kein Bauchgefühl. Anthropic bildet das im Review-Werkzeug ab, du kannst es in Branch Protection Rules, CODEOWNERS-Dateien oder einem Genehmigungsflow in Power Automate abbilden. Die Regel selbst ist die Kontrolle, die ein Auditor sehen will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei einem Teil des Anthropic-Ansatzes wäre ich vorsichtig: Prüfungen hinter den Merge zu verlegen. Für eine interne Entwicklerplattform ist das ein vertretbarer Tausch. Für ein System in einer KRITIS-Umgebung, bei dem eine fehlerhafte Änderung direkt in Produktion landen kann, würde ich das nicht machen. Die Absicherung muss vor dem Deployment sitzen, auch wenn sie nicht mehr vor dem Merge sitzt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="jeder-agent-braucht-eine-identität-und-einen-verantwortlichen"&gt;Jeder Agent braucht eine Identität und einen Verantwortlichen
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Anthropic hat die Zugriffssteuerung in Scion vom ersten Tag an eingebaut, bis auf Verzeichnisebene. In Microsoft 365 entspricht dem die Identitätsschicht für Agents. Microsoft Entra Agent ID gibt Agents eigene Identitäten im Verzeichnis, erzeugt aus Agent Identity Blueprints. Jede Agent-Identität braucht einen menschlichen Sponsor, der für Zweck, Lebenszyklus und Access Reviews verantwortlich ist. Verlässt der Sponsor das Unternehmen, geht die Verantwortung auf seine Führungskraft über. Conditional Access und Access Packages aus dem Entitlement Management gelten auch für Agents (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/id-governance/agent-id-governance-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Stand Oktober 2026 ist Identity Governance für Agents als Preview gekennzeichnet, und die Lizenzierung hängt an Microsoft 365 E7 oder Agent 365. Prüf die aktuellen Bedingungen, bevor du damit planst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Darüber liegt in Microsoft Agent 365 die Registry als gemeinsames Inventar für Microsoft- und Fremd-Agents, inklusive der Anzahl an Agents ohne Besitzer (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Die Governance-Seite habe ich ausführlicher im &lt;a class="link" href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/" &gt;Beitrag zum Agent Lifecycle&lt;/a&gt; beschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Strategisch heißt das: Ein Agent, der unter einem geteilten Dienstkonto oder mit den delegierten Rechten einer Person läuft, lässt sich im Audit-Log nicht unterscheiden, nicht separat drosseln und nicht separat abrechnen. Das später für Hunderte Agents nachzuziehen, ist genau die Art Projekt, für die niemand Budget freigibt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="agentenarbeit-messen"&gt;Agentenarbeit messen
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Beim Budget bricht es an derselben Stelle. Das Controlling rechnet in den meisten IT-Organisationen noch in Personentagen, und für Agentenarbeit gibt es in diesem Modell keine Zeile. Ein praktikabler Weg ist, Agent-Sitzungen über ein AI Gateway zu leiten. Dann lässt sich jedes Token und jede Stunde Laufzeit einem Projekt und einem Repository zuordnen und mit echten Preisen bewerten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Feature, das letztes Jahr 20 Tage gebraucht hat und dieses Jahr 3 Tage Review plus Agentenlaufzeit, passt nicht in dieses Modell. Agentenstunden zu zählen ist ein Anfang, aber Stunden sind eine Input-Kennzahl. Wissen willst du die Kosten pro akzeptierter Änderung: Tokens und Laufzeit plus die menschliche Zeit für Review, Nacharbeit und die Fälle, in denen jemand „Nein“ sagen musste. Ohne den menschlichen Anteil sieht Agentenarbeit billiger aus, als sie ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für Microsoft-Agents sammelt die Observability in Agent 365 Aktivitätsdaten und soll Kennzahlen wie Nutzung und Zeitersparnis liefern (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-agent-365/admin/monitor-agents" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Das deckt einen Teil des Bildes ab. Coding-Agents außerhalb von Microsoft 365 brauchen eine eigene Zuordnung, und dort kommt der Gateway-Ansatz ins Spiel.&lt;/p&gt;
&lt;!-- TODO Daniel: Optional eigene Beobachtung ergänzen, wie Agentenkosten bei euch heute verbucht werden (verallgemeinert, ohne Kundennamen). --&gt;
&lt;h2 id="entscheidungen-für-die-nächsten-zwölf-monate"&gt;Entscheidungen für die nächsten zwölf Monate
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Anthropic erwartet, dass andere Organisationen in den nächsten sechs bis zwölf Monaten auf diese Art Problem stoßen. Auch wenn dein Zeitplan länger ist, diese Entscheidungen würde ich jetzt treffen:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Menschlich getaktete Kontrollen erfassen.&lt;/strong&gt; Liste jede Freigabe, jedes Review und jeden Pipeline-Schritt auf, der von einer Person und einem Arbeitstag ausgeht. Markiere, was beim zehnfachen Volumen bricht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Risikostufen für Änderungen einführen.&lt;/strong&gt; Schreib auf, welche Änderungen einen Menschen brauchen, welche nur eine Prüfung der Absicht und welche nur Protokollierung. Mach die Regel maschinenlesbar.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Agents eigene Identitäten geben.&lt;/strong&gt; Keine geteilten Dienstkonten, jeder Agent mit Sponsor, Berechtigungen über Access Packages mit Ablaufdatum.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Integrationen für Maschinen-Clients auslegen.&lt;/strong&gt; Delta Queries, Change Notifications und API-Budgets statt Polling und Scraping.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Agentenkosten zuordnen.&lt;/strong&gt; Tokens und Laufzeit pro Projekt plus die menschliche Review-Zeit, ab dem ersten produktiven Agent.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Was ich nicht tun würde: Anthropics Werkzeuge nachbauen. Deren Problem waren 25 Millionen Checkouts am Tag. Deins ist wahrscheinlicher ein Change-Prozess, der zwei Wochen für eine Konfigurationsänderung braucht, die ein Agent in zehn Minuten vorbereitet hat. Dort fängst du an.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="quellen"&gt;Quellen
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Anthropic Engineering: &lt;a class="link" href="https://www.anthropic.com/engineering/redesigning-source-control" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Redesigning source control at Anthropic&lt;/a&gt; (13. Oktober 2026)&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Microsoft Learn: &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/graph/throttling" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Graph throttling guidance&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Microsoft Learn: &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/sharepoint/dev/general-development/how-to-avoid-getting-throttled-or-blocked-in-sharepoint-online" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Avoid getting throttled or blocked in SharePoint Online&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Microsoft Learn: &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/id-governance/agent-id-governance-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Governing agent identities&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Microsoft Learn: &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Manage agent registry in Microsoft 365 admin center&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Microsoft Learn: &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-agent-365/admin/monitor-agents" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agent 365 observability&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;EUR-Lex: &lt;a class="link" href="https://eur-lex.europa.eu/eli/dir/2022/2555/oj" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS2)&lt;/a&gt;, Artikel 21&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description></item><item><title>Agent Lifecycle: Wie viel Governance braucht ein Copilot-Agent?</title><link>https://blog.dr365.io/de/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/</link><pubDate>Mon, 12 Oct 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.dr365.io/de/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/</guid><description>&lt;img src="https://blog.dr365.io/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/cover.png" alt="Featured image of post Agent Lifecycle: Wie viel Governance braucht ein Copilot-Agent?" /&gt;&lt;blockquote class="alert alert-note"&gt;
 &lt;div class="alert-header"&gt;
 &lt;span class="alert-icon"&gt;📝&lt;/span&gt;
 &lt;span class="alert-title"&gt;Diese Serie wurde erweitert&lt;/span&gt;
 &lt;/div&gt;
 &lt;div class="alert-body"&gt;
 &lt;p&gt;Diese Serie wurde im Oktober 2026 um einen Einstiegsteil erweitert. Dieser Beitrag war ursprünglich Teil 1 und ist jetzt Teil 2. &lt;a href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-tools-risk-ownership/"&gt;Teil 1&lt;/a&gt; ordnet die Werkzeuge Agent Builder, Copilot Studio und Foundry danach, wer das Risiko trägt.&lt;/p&gt;
 &lt;/div&gt;
 &lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Einen Agent zu bauen dauert mit dem Agent Builder in Microsoft 365 Copilot ein paar Minuten. Ihn wieder loszuwerden dauert in vielen Tenants ewig, weil sich niemand zuständig fühlt. Der Kollege, der im Frühjahr einen Agent für die Reisekostenrichtlinie gebaut hat, ist inzwischen in einer anderen Abteilung. Der Agent beantwortet trotzdem weiter Fragen, auf Basis einer Richtlinie, die seit Juli nicht mehr gilt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau hier setzt ein Agent Lifecycle an. In diesem Artikel beschreibe ich, wie ich so einen Lifecycle für Agents aus Agent Builder und Copilot Studio aufbauen würde, und welche Werkzeuge Microsoft dafür inzwischen mitbringt. Meine These dabei: Nicht jeder Agent braucht den vollen Prozess. Aber jeder Agent braucht einen Owner. Das setzt voraus, dass der Agent überhaupt registriert ist: Nur was in der Agent Registry auftaucht, kann ich einer Person zuordnen, prüfen und abschalten.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="der-lifecycle-je-plattform"&gt;Der Lifecycle je Plattform
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Welches Werkzeug zu welchem Builder passt und wer dabei das Risiko trägt, beschreibe ich in Teil 1. Für den Lifecycle heißt das: Die Phasen bleiben gleich, aber sie laufen je nach Plattform an einer anderen Stelle ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Agents aus dem Agent Builder (intrinsisches Modell, die Plattform zieht die Grenzen) verwaltet die IT im Microsoft 365 Admin Center. Dort steuert sie Sichtbarkeit, Teilen, Owner und das Sperren oder Löschen. Versionen und Umgebungen gibt es nicht. Der Lifecycle besteht hier vor allem aus Teilen, Ownership und Aufräumen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Copilot Studio (konfigurierbares Modell, der Administrator setzt die Regeln) arbeitet mit Application Lifecycle Management über getrennte Entwicklungs-, Test- und Produktionsumgebungen. Datenrichtlinien, Connector-Regeln und die Freigabe zur Veröffentlichung hängen an diesen Umgebungen (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365-copilot/extensibility/copilot-studio-experience" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Foundry (explizites Modell, die Organisation verantwortet Modell und Code) folgt dem eigenen Entwicklungsprozess: Versionierung, Evaluierung und Veröffentlichung laufen über die Werkzeuge und Pipelines des Entwicklungsteams (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/azure/foundry/agents/overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Veröffentlichte Foundry-Agents erscheinen in der Agent Registry und lassen sich dort auch stoppen (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-actions" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Den Rest dieses Beitrags richte ich auf Agent Builder und Copilot Studio aus. Für Foundry gelten dieselben Phasen, umgesetzt mit klassischer Softwareentwicklung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Brücke zwischen Agent Builder und Copilot Studio ist die Kopierfunktion: Ein Agent aus Microsoft 365 Copilot lässt sich nach Copilot Studio übernehmen, wenn er mehr braucht als ein persönlicher Helfer. Für den Lifecycle ist das der Moment, in dem ein Agent seine Zone wechselt.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="drei-zonen-statt-eines-prozesses-für-alle"&gt;Drei Zonen statt eines Prozesses für alle
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Ein einziger Freigabeprozess für jeden Agent scheitert in der Praxis an zwei Seiten. Für den persönlichen Agent, der mir meine eigenen Meeting-Notizen zusammenfasst, ist ein IT-Review übertrieben. Für einen Agent, der für 3.000 Mitarbeitende Fragen zur Personalabrechnung beantwortet, ist ein Klick auf &amp;ldquo;Teilen&amp;rdquo; zu wenig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Microsoft löst das mit einem Zonen-Modell (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/sec-gov-phase2" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). In Zone 1 bauen alle Mitarbeitenden Agents für die eigene oder die Team-Produktivität, und zwar auf Inhalten, auf die sie ohnehin Zugriff haben. In Zone 2 entwickeln von der IT zugelassene Maker Agents für andere Teams. Diese Agents laufen durch einen IT-Review und landen in Umgebungen, die die IT verwaltet. Zone 3 ist für unternehmensweite Agents reserviert, die wie jede andere Unternehmensanwendung behandelt werden. Auch das aktuelle Whitepaper &lt;a class="link" href="https://marketingassets.microsoft.com/gdc/gdcnFRMn1/original" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Administering and Governing Agents&lt;/a&gt; ist inzwischen nach den Ebenen persönlich, Team und Unternehmen aufgebaut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bei den Werkzeugen ordnet Microsoft inzwischen enger zu: Zone 1 für Agent Builder und SharePoint-Agents, Zone 2 für Copilot Studio, Zone 3 für Foundry und Copilot Studio in professioneller Entwicklung. Ich lasse in Zone 2 trotzdem Agent-Builder-Agents zu, solange sie für ein Team nur Inhalte lesen, auf die dieses Team ohnehin Zugriff hat. Für die Zone zählt bei mir die Reichweite und nicht das Werkzeug.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für den Lifecycle heißt das: Die Zone entscheidet, wie viele Phasen ein Agent durchläuft und wie streng sie sind. Ein Agent in Zone 1 nimmt den Kurzpfad. Sobald Reichweite, Datenzugriff oder Kritikalität steigen, wechselt er in die nächste Zone und damit in einen strengeren Ablauf.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="die-sieben-phasen-im-überblick"&gt;Die sieben Phasen im Überblick
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;&lt;img alt="Agent Lifecycle mit drei Zonen, sieben Phasen und Governance-Leitplanken" class="gallery-image" data-flex-basis="178px" data-flex-grow="74" height="2152" loading="lazy" sizes="(max-width: 767px) calc(100vw - 30px), (max-width: 1023px) 700px, (max-width: 1279px) 950px, 1232px" src="https://blog.dr365.io/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/agent-lifecycle-de.png" srcset="https://blog.dr365.io/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/agent-lifecycle-de_hu_915d67379dc86dcb.png 800w, https://blog.dr365.io/p/agent-lifecycle-agent-builder-copilot-studio/agent-lifecycle-de.png 1600w" width="1600"&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Schema basiert auf einem Lifecycle-Modell, das im Netz kursiert. Ich habe es um die Zonen, die konkreten Microsoft-Werkzeuge pro Phase und eine eigene Entscheidungsstufe erweitert.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="1-identifizieren"&gt;1. Identifizieren
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Am Anfang steht ein konkretes Problem. Ideen landen in einem Backlog, zum Beispiel einer Liste in SharePoint oder einem Planner-Board. Jede Idee bekommt einen kurzen Steckbrief mit Problem, Zielgruppe und einem verantwortlichen Owner. Ohne Owner geht es nicht weiter.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="2-bewerten-und-priorisieren"&gt;2. Bewerten und priorisieren
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Hier fällt die wichtigste Entscheidung des ganzen Lifecycles: In welche Zone gehört der Agent? Dafür schaue ich auf Nutzen und Aufwand, aber vor allem auf die Daten. Welche Wissensquellen nutzt der Agent, wer darf sie lesen, und soll er Aktionen in anderen Systemen auslösen? Daraus ergibt sich auch das Werkzeug. Agent Builder reicht für viele Fälle in Zone 1 und 2. Spätestens bei Aktionen, Konnektoren zu Fachanwendungen oder breitem Rollout führt der Weg zu Copilot Studio. Braucht der Agent ein eigenes Modell oder eine eigene Orchestrierung, landet er bei Foundry und damit im Prozess des Entwicklungsteams.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="3-konzipieren-und-erproben"&gt;3. Konzipieren und erproben
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Vor dem Bauen stehen Erfolgskriterien. Was muss der Agent beantworten können, und woran merke ich, dass er es gut macht? Erst dann entsteht ein Prototyp, in Zone 1 direkt im Agent Builder, in Zone 2 und 3 in einer Entwicklungsumgebung von Copilot Studio. Microsoft empfiehlt, Maker per Environment Routing automatisch in persönliche Entwicklungsumgebungen zu leiten, damit nicht alles in der Default-Umgebung landet (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/sec-gov-intro" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="4-validieren-und-entscheiden"&gt;4. Validieren und entscheiden
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Für diese Phase gibt es seit diesem Jahr ein ordentliches Werkzeug. &lt;a class="link" href="https://techcommunity.microsoft.com/blog/copilot-studio-blog/agent-evaluation-in-microsoft-copilot-studio-is-now-generally-available/4507392" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agent Evaluation in Copilot Studio&lt;/a&gt; ist seit Ende März allgemein verfügbar. Damit lassen sich Testsets anlegen, Bewertungsmethoden festlegen und Läufe über mehrere Versionen wiederholen. Über einen Power-Automate-Connector und eine REST-API (derzeit Preview) lassen sich die Evaluierungen auch in CI/CD-Pipelines einbinden (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/analytics-agent-evaluation-rest-api" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben der Qualität gehören Sicherheit und Datenschutz in diese Phase: Welche Daten sieht der Agent, mit welcher Identität läuft er, und passen die Berechtigungen zum geplanten Nutzerkreis? Ruft der Agent weitere Agents oder Tools auf, gehört eine zweite Frage dazu: Arbeiten diese mit den Rechten des Benutzers oder mit eigenen, womöglich breiteren Anmeldeinformationen? In Copilot Studio legt das jedes Tool einzeln fest, und ein verbundener Agent erbt die Einstellung des aufrufenden Agents nicht. Am Ende steht eine bewusste Entscheidung.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="das-gate-go-change-hold-oder-stop"&gt;Das Gate: Go, Change, Hold oder Stop
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Die Entscheidung nach Phase 4 hat vier mögliche Ausgänge. &lt;strong&gt;Go&lt;/strong&gt; führt in die Produktion. &lt;strong&gt;Change&lt;/strong&gt; schickt den Agent zurück in Phase 3, weil Qualität oder Konzept noch nicht passen. &lt;strong&gt;Hold&lt;/strong&gt; parkt ihn im Backlog, etwa weil eine Datenquelle noch nicht sauber berechtigt ist. &lt;strong&gt;Stop&lt;/strong&gt; beendet die Idee kontrolliert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gerade Stop wird in vielen Organisationen unterschätzt. Ein Agent, der den Test nicht besteht, sollte nicht als halbfertiger Prototyp im Tenant liegen bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="5-bereitstellen-und-skalieren"&gt;5. Bereitstellen und skalieren
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;In Zone 3 wird ein Agent nie direkt in der Produktion bearbeitet. Microsoft empfiehlt, Agents als Managed Solutions zu paketieren und über Power Platform Pipelines von Entwicklung über Test nach Produktion zu bringen (&lt;a class="link" href="https://www.microsoft.com/en-us/microsoft-copilot/blog/?p=7727" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Copilot Blog&lt;/a&gt;). Damit bekommt man Versionierung, eine nachvollziehbare Änderungshistorie und die Möglichkeit eines Rollbacks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Veröffentlichung für die Organisation läuft über das Microsoft 365 Admin Center. Dort können Admins eingereichte Agents freigeben oder ablehnen. Danach folgt ein schrittweiser Rollout. Die Schulung der Nutzer gehört gleich mit in den Plan, sonst bleibt auch ein guter Agent ungenutzt.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="6-betreiben-und-überwachen"&gt;6. Betreiben und überwachen
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Im Betrieb geht es um Nutzung, Qualität und Kosten. Copilot Studio liefert dafür Analytics, Purview deckt Audit und Datenschutz ab, und mit &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-agent-365/builder/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agent 365&lt;/a&gt; gibt es seit Mai 2026 eine eigene Steuerungsebene für Agents. Copilot-Studio-Agents erscheinen in der Agent Registry, sobald sie in Microsoft 365 bereitgestellt sind. Ein Agent kann dort mehrfach auftauchen, etwa als geteilte und als veröffentlichte Fassung (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Governance-Aktionen werden in Purview protokolliert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei Dinge gehören für mich fest in den Betrieb: Wissensquellen aktuell halten, damit der Agent nicht auf veralteten Dokumenten antwortet, und Berechtigungen regelmäßig rezertifizieren. Wer mit Kunden aus regulierten Branchen arbeitet, kennt das Prinzip aus dem Identity-Management. Für Agents gilt es genauso.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="7-weiterentwickeln-oder-beenden"&gt;7. Weiterentwickeln oder beenden
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Jeder Agent endet irgendwann, als neue Version oder durch Außerbetriebnahme. Neue Versionen durchlaufen den Lifecycle erneut, je nach Umfang ab Phase 2 oder 3.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Für das Beenden bringt das Admin Center inzwischen die wichtigsten Aktionen mit (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-actions" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Admins können Agent-Builder- und Copilot-Studio-Agents einen neuen Owner zuweisen, auch wenn der Agent bereits ownerless ist. Der neue Owner erhält volle Bearbeitungs- und Löschrechte und Zugriff auf die Dateien des Vorgängers. Der bisherige Owner verliert dabei jeden Zugriff. Agent-Builder-Agents können inzwischen mehrere Owner haben, die das Admin Center ergänzen oder entfernen kann. Agents ohne Zukunft lassen sich blockieren und löschen, mit 30 Tagen Frist zur Wiederherstellung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Microsoft fasst den Gedanken dahinter in seinem Zero-Trust-Workshop gut zusammen: Eine Lifecycle-Richtlinie, die niemand durchsetzt, bleibt ein Dokument (&lt;a class="link" href="https://microsoft.github.io/zerotrustassessment/docs/workshop-guidance/AI/AI_118" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Zero Trust Workshop&lt;/a&gt;). Ohne dieses Aufräumen wächst die Zahl der Agents nur in eine Richtung.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="leitplanken-über-alle-phasen"&gt;Leitplanken über alle Phasen
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Unter dem Kreislauf liegen sechs Themen, die in jeder Phase und jeder Zone gelten: Identität und Ownership, Datenschutz und Compliance, Berechtigungen und Teilen, Umgebungen und ALM, Inventar und Transparenz sowie Qualität und Kosten. Im Schema habe ich jedem Thema die Werkzeuge zugeordnet, die es dafür heute gibt, von Entra Agent ID über Purview bis zur Agent Registry.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="wo-es-noch-hakt"&gt;Wo es noch hakt
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Ganz rund ist das Bild noch nicht. Agent-Builder-Agents haben kein echtes ALM mit Umgebungen und Versionen. Wer so einen Agent ernsthaft betreiben will, kommt um den Umzug nach Copilot Studio kaum herum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch bei Copilot Studio gibt es Lücken. Die eingebauten Evaluierungen liegen in der Cloud und nicht im Quellcode-Repository. Automatische Qualitäts-Gates in einer Pipeline sind dadurch aufwendiger, als man es aus der klassischen Softwareentwicklung kennt. Stephan Bisser hat dazu in einem &lt;a class="link" href="https://espc.tech/learning-hub/webinar/copilot-agent-test-automation-from-prompt-to-production-with-confidence/" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;ESPC-Webinar&lt;/a&gt; ein eigenes CLI-Werkzeug vorgestellt, das Testfälle als YAML-Dateien versioniert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und schließlich die Lizenzfrage: Viele Registry-Funktionen stehen im Admin Center bereit. Risikosignale in der Registry und die erweiterten Sicherheits- und Compliance-Funktionen von Agent 365 setzen aber Microsoft 365 E7 oder eine Agent-365-Lizenz voraus (&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry#agent-risks" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn&lt;/a&gt;). Das sollte man vor dem Rollout klären.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="fünf-dinge-die-du-morgen-prüfen-kannst"&gt;Fünf Dinge, die du morgen prüfen kannst
&lt;/h2&gt;&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;Öffne im Microsoft 365 Admin Center die Agent Registry und filtere nach Agents ohne Owner.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Prüfe, ob Maker in Copilot Studio per Environment Routing in eigene Entwicklungsumgebungen geleitet werden oder alle in der Default-Umgebung bauen.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Lege fest, ab welchen Kriterien ein Agent von Zone 1 in Zone 2 wechselt, und schreib es auf.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Definiere für deinen wichtigsten Agent ein erstes Testset in Agent Evaluation.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Kläre, wer bei einem Austritt die Agents der ausscheidenden Person übernimmt.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Was passiert, wenn ein freigegebener Agent zur Laufzeit Tools aufruft und Arbeit an andere Agents abgibt, beschreibe ich in &lt;a class="link" href="https://blog.dr365.io/de/p/agent-runtime-governance-delegation/" &gt;Teil 3&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="quellen"&gt;Quellen
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365-copilot/extensibility/copilot-studio-experience" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Microsoft 365 Copilot oder Copilot Studio für den Agent-Bau wählen&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/guidance/sec-gov-phase2" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Zoned Governance in Copilot Studio&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-actions" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Governance- und Lifecycle-Aktionen im Microsoft 365 Admin Center&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent Registry im Microsoft 365 Admin Center&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/azure/foundry/agents/overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agents in Microsoft Foundry&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/analytics-agent-evaluation-rest-api" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent-Evaluierung per REST-API (Preview)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-agent-365/builder/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Learn: Agent Registry in Agent 365&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://techcommunity.microsoft.com/blog/copilot-studio-blog/agent-evaluation-in-microsoft-copilot-studio-is-now-generally-available/4507392" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Tech Community: Agent Evaluation ist allgemein verfügbar&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://marketingassets.microsoft.com/gdc/gdcnFRMn1/original" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Whitepaper: Administering and Governing Agents&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;</description></item><item><title>Welches Copilot-Feature für welche Aufgabe: eine Landkarte in vier Stufen mit Agent-Governance</title><link>https://blog.dr365.io/de/p/copilot-feature-map-four-levels/</link><pubDate>Mon, 12 Oct 2026 07:00:00 +0200</pubDate><guid>https://blog.dr365.io/de/p/copilot-feature-map-four-levels/</guid><description>&lt;img src="https://blog.dr365.io/p/copilot-feature-map-four-levels/cover.png" alt="Featured image of post Welches Copilot-Feature für welche Aufgabe: eine Landkarte in vier Stufen mit Agent-Governance" /&gt;&lt;p&gt;Copilot Chat, Copilot in Word, Agent Builder, SharePoint-Agents, Copilot Studio, Cowork: Das ist nur die Liste für dieses Quartal. Jeden Monat kommt ein neuer Einstiegspunkt dazu, und jeder löst bei Anwendern und Stakeholdern dieselbe Frage aus: &lt;em&gt;„Sollen wir jetzt also das hier nehmen?“&lt;/em&gt; Um sie zu beantworten, musst du wissen, welches Werkzeug zu welcher Aufgabe passt, und dafür sorgen, dass die Agents von heute nicht die verwaisten Power-Automate-Flows von morgen werden.&lt;/p&gt;

 &lt;blockquote&gt;
 &lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurz gesagt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Denk Copilot in &lt;strong&gt;vier Stufen&lt;/strong&gt;: Ad-hoc-Chat → Copilot in den Apps → Agents → Copilot Studio und Automatisierung im Cowork-Stil.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Vier Fragen&lt;/strong&gt; entscheiden über die Stufe: Kommt es öfter als einmal pro Woche vor? Sind Quellen oder Tonalität immer gleich? Ist es regelbasiert? Sind mehrere Systeme und Freigaben beteiligt? Je mehr „Ja“, desto höher die Stufe.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Je höher die Stufe, desto mehr Governance. Eine Regel gilt aber überall: &lt;strong&gt;kein Agent ohne Owner.&lt;/strong&gt; Stand Oktober 2026 zeigt dir die Agent-365-Registry im Microsoft 365 admin center, welchen Agents einer fehlt.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;

 &lt;/blockquote&gt;
&lt;h2 id="kurz-zu-den-namen"&gt;Kurz zu den Namen
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Microsoft hat wieder umbenannt: Aus &lt;strong&gt;Microsoft 365 Copilot wird Microsoft Copilot&lt;/strong&gt;, aus &lt;strong&gt;Microsoft 365 Copilot Chat wird Microsoft Copilot Chat&lt;/strong&gt;, und die App zieht nach &lt;code&gt;copilot.cloud.microsoft&lt;/code&gt; um. Lizenzen, Portale und Doku zeigen eine Weile beide Namen. Ich verwende im Folgenden die neuen. Wenn deine Anwender verwirrt sind, ist das ein Grund mehr, ihnen eine Landkarte statt einer Produktliste zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="die-landkarte-vier-stufen"&gt;Die Landkarte: vier Stufen
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Die Idee stammt aus der Session von Patrick Kelbch auf der M365 Con D-A-CH, und sie gefällt mir, weil sie nach &lt;em&gt;Art der Arbeit&lt;/em&gt; sortiert und nicht nach Produkt. So würde ich sie mit dem füllen, was heute tatsächlich verfügbar ist:&lt;/p&gt;
&lt;table&gt;
	&lt;thead&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;th&gt;Stufe&lt;/th&gt;
					&lt;th&gt;Was es ist&lt;/th&gt;
					&lt;th&gt;Typische Aufgabe&lt;/th&gt;
					&lt;th&gt;Lizenz / Kosten (vereinfacht)&lt;/th&gt;
					&lt;th&gt;Wer steuert&lt;/th&gt;
			&lt;/tr&gt;
	&lt;/thead&gt;
	&lt;tbody&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;&lt;strong&gt;1 – Chat&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Copilot Chat in der Copilot-App, in Edge, Teams, Outlook&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Spontane Fragen, Entwürfe, Zusammenfassung von eingefügten oder hochgeladenen Inhalten&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;In berechtigten Microsoft-365-Plänen enthalten (webbasiert); arbeitsdatenbasierter Chat braucht eine Copilot-Lizenz&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Copilot-Einstellungen im Microsoft 365 admin center&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;&lt;strong&gt;2 – In den Apps&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Copilot in Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Teams&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Meeting-Zusammenfassung, Posteingang sortieren, erster PowerPoint-Entwurf aus einem Dokument&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Grundfunktionen in den Apps für berechtigte Nutzer; voller Umfang mit Microsoft-Copilot-Lizenz&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Wie oben, plus deine Datenbasis (Berechtigungen, Labels)&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;&lt;strong&gt;3 – Agents&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Agents aus Agent Builder, SharePoint-Agents, Agents aus dem Agent Store&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Wiederverwendbarer Assistent mit festen Anweisungen und Wissen, z. B. Projekt-FAQ&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Mit Copilot-Lizenz enthalten; ohne über Pay-as-you-go (reine Web-Agents kostenlos)&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Agent-Registry im Microsoft 365 admin center&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
			&lt;tr&gt;
					&lt;td&gt;&lt;strong&gt;4 – Automatisierung&lt;/strong&gt;&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Copilot-Studio-Agents (Flows, Trigger, Autonomie) und Copilot Cowork&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Mehrstufige Prozesse über Systeme hinweg, mit Freigaben&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Copilot Studio: Copilot-Lizenz oder Copilot Credits; Cowork: Copilot-Lizenz &lt;strong&gt;plus&lt;/strong&gt; nutzungsbasierte Abrechnung&lt;/td&gt;
					&lt;td&gt;Power Platform admin center + Agent 365 + Cost Management&lt;/td&gt;
			&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
&lt;p&gt;Die Grenze zwischen Stufe 1 und 2 ziehen inzwischen eher die Lizenzen als die Technik. Auch Nutzer ohne Copilot-Lizenz bekommen Copilot-Grundfunktionen in Word, Excel und PowerPoint, und Copilot Chat in Outlook und Teams kann mit dem gerade geöffneten Inhalt arbeiten. Für Anwender sieht das alles nach „Copilot in der App“ aus. Für dich ist der Unterschied wichtig: Er entscheidet, ob Copilot selbstständig auf Postfach, Chats und Dateien zugreifen kann oder nur sieht, was man ihm gibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Stufe 4 hat zwei sehr unterschiedliche Äste. Copilot Studio ist &lt;em&gt;prozesszentriert&lt;/em&gt;: Ein Maker baut einen Agent mit Topics, Agent Flows und Event-Triggern, der für viele Nutzer läuft, teils ohne dass ihn jemand anstößt. Cowork ist &lt;em&gt;personenzentriert&lt;/em&gt;: Ein Nutzer delegiert ein Ergebnis („bereite die Unterlagen für den Lenkungskreis aus den Mails der letzten Woche und der Projektseite vor“), Cowork plant die Schritte, arbeitet über Outlook, Teams, OneDrive und SharePoint hinweg und fragt vor sensiblen Aktionen nach Freigabe. Microsoft bezeichnet Cowork als &lt;em&gt;agentisches System&lt;/em&gt; statt als Agent, und gesteuert wird es über Spending Policies statt über die Agent-Registry.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="vier-fragen-für-die-richtige-stufe"&gt;Vier Fragen für die richtige Stufe
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Wenn ein neuer Use Case oder ein neues Feature auftaucht, lass ihn durch vier Fragen laufen:&lt;/p&gt;
&lt;ol&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Kommt es öfter als einmal pro Woche vor?&lt;/strong&gt; Wenn nicht, bleib auf Stufe 1 oder 2. Für eine Einmalaufgabe etwas Wiederverwendbares zu bauen, lohnt sich nicht.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Sind Quellen oder Tonalität jedes Mal gleich?&lt;/strong&gt; Wenn ja, bist du bei einem Agent (Stufe 3): Anweisungen plus feste Wissensbasis schlagen das ständige Neu-Tippen desselben Prompts.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Ist es regelbasiert?&lt;/strong&gt; Wenn die Schritte vorhersehbar sind („wenn X kommt, prüfe Y, dann mach Z“), brauchst du deterministische Logik: einen Copilot-Studio-Agent mit Topics oder Agent Flows (Stufe 4).&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;Sind mehrere Systeme beteiligt und braucht es Freigaben?&lt;/strong&gt; Dann bist du auf Stufe 4 mit echtem Prozessdesign: Connectoren, Human-in-the-Loop-Schritte und jemand, der sich Gedanken über die Anmeldedaten macht, mit denen der Agent läuft.&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;p&gt;Je mehr „Ja“, desto höher geht es. &lt;strong&gt;Wenn du nicht Ja sagen kannst, steig nicht auf:&lt;/strong&gt; Auch ein Agent, den niemand nutzt, muss inventarisiert, überprüft und irgendwann stillgelegt werden.&lt;/p&gt;

&lt;figure class="dr-diagram"&gt;
 &lt;svg xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 700 772" width="700" height="772" role="img" aria-labelledby="feature-decision-de-t feature-decision-de-d" class="dg" font-family='system-ui, -apple-system, "Segoe UI", Roboto, "Helvetica Neue", Arial, sans-serif'&gt;
&lt;title id="feature-decision-de-t"&gt;Entscheidungsbaum: welche Copilot-Stufe für einen Use Case&lt;/title&gt;
&lt;desc id="feature-decision-de-d"&gt;Vier Fragen führen von einem neuen Use Case zur passenden Stufe: Wer etwas seltener als einmal pro Woche braucht oder keine gleichen Quellen nutzt, bleibt bei Stufe 1/2. Ohne regelbasierte Schritte reicht Stufe 3, ohne mehrere Systeme und Freigaben Stufe 3/4, sonst Stufe 4.&lt;/desc&gt;
&lt;defs&gt;
&lt;marker id="feature-decision-arrow" viewBox="0 0 10 10" refX="9" refY="5" markerWidth="9" markerHeight="9" markerUnits="userSpaceOnUse" orient="auto-start-reverse"&gt;&lt;path class="dg-arrowhead" d="M0,0 L10,5 L0,10 z" fill="#64748b"/&gt;&lt;/marker&gt;
&lt;/defs&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="170,72 170,112" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="300,162 350,162 350,217 400,217" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="170,212 170,252" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="300,302 350,302 350,247 400,247" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="170,352 170,392" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="300,442 400,442" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="170,492 170,532" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="300,582 400,582" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;polyline class="dg-edge" points="170,632 170,672" fill="none" stroke="#64748b" stroke-width="1.6" stroke-linejoin="round" marker-end="url(#feature-decision-arrow)"/&gt;
&lt;rect class="dg-node-accent" x="40" y="20" width="260" height="52" rx="10" fill="#A855F7" fill-opacity="0.10" stroke="#A855F7" stroke-width="1.6"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="50" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Neuer Use Case&lt;/text&gt;
&lt;polygon class="dg-node" points="170,112 300,162 170,212 40,162" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="156" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Öfter als einmal&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="176" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;pro Woche?&lt;/text&gt;
&lt;polygon class="dg-node" points="170,252 300,302 170,352 40,302" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="296" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Gleiche Quellen&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="316" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;oder Tonalität?&lt;/text&gt;
&lt;polygon class="dg-node" points="170,392 300,442 170,492 40,442" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="436" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Regelbasierte&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="456" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Schritte?&lt;/text&gt;
&lt;polygon class="dg-node" points="170,532 300,582 170,632 40,582" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="576" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Mehrere Systeme&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="596" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;und Freigaben?&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-node" x="400" y="192" width="260" height="80" rx="10" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="530" y="226.5" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Stufe 1/2&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="530" y="246.5" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;Chat oder Copilot in der App&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-node" x="400" y="402" width="260" height="80" rx="10" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="530" y="427" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Stufe 3&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="530" y="447" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;Agent Builder oder&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="530" y="466" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;SharePoint-Agent&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-node" x="400" y="542" width="260" height="80" rx="10" fill="#ffffff" stroke="#cbd5e1" stroke-width="1.2"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="530" y="567" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Stufe 3/4&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="530" y="587" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;Agent mit Aktionen&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="530" y="606" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;in Copilot Studio&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-node-accent" x="40" y="672" width="260" height="80" rx="10" fill="#A855F7" fill-opacity="0.10" stroke="#A855F7" stroke-width="1.6"/&gt;
&lt;text class="dg-title" x="170" y="697" text-anchor="middle" font-size="15" font-weight="700" fill="#1f2937"&gt;Stufe 4&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="170" y="717" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;Copilot-Studio-Flows&lt;/text&gt;
&lt;text class="dg-text" x="170" y="736" text-anchor="middle" font-size="13" fill="#4b5563"&gt;oder Cowork&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="316" y="151" width="37.9" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="335" y="166" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;nein&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="157.5" y="221" width="25" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="170" y="236" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;ja&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="316" y="291" width="37.9" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="335" y="306" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;nein&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="157.5" y="361" width="25" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="170" y="376" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;ja&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="331" y="431" width="37.9" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="350" y="446" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;nein&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="157.5" y="501" width="25" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="170" y="516" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;ja&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="331" y="571" width="37.9" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="350" y="586" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;nein&lt;/text&gt;
&lt;rect class="dg-label-bg" x="157.5" y="641" width="25" height="22" rx="4" fill="#ffffff"/&gt;
&lt;text class="dg-label" x="170" y="656" text-anchor="middle" font-size="12" fill="#4b5563"&gt;ja&lt;/text&gt;
&lt;/svg&gt;

&lt;/figure&gt;
&lt;p&gt;Ich ergänze eine eigene Frage, und in regulierten Umgebungen ist sie meine erste: &lt;strong&gt;Wem gehört das, wenn es kaputtgeht?&lt;/strong&gt; Meldet sich niemand, bleibt der Use Case auf Stufe 1 oder 2, egal wie gut die Idee ist.&lt;/p&gt;
&lt;!-- TODO Daniel: optional ein konkretes, anonymisiertes Praxisbeispiel ergänzen, welche Use Cases bei Kunden typischerweise auf welcher Stufe landen. --&gt;
&lt;h2 id="governance-pro-stufe-und-ein-owner-für-jeden-agent"&gt;Governance pro Stufe und ein Owner für jeden Agent
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Auf Stufe 1 und 2 geht es bei Governance vor allem um deine &lt;strong&gt;Datenbasis&lt;/strong&gt;: Oversharing, Sensitivity Labels, Berechtigungen. Copilot zeigt Nutzern nur, worauf sie ohnehin Zugriff haben, und genau deshalb fallen unaufgeräumte Berechtigungen in dem Moment auf, in dem Copilot eingeschaltet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Stufe 3 verwaltest du &lt;em&gt;Objekte&lt;/em&gt;, die weiterleben: Agents mit Wissen, Aktionen und teils eigener Identität. Die Session hatte dafür eine Checkliste; so lässt sich jeder Punkt auf heutige Werkzeuge abbilden:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Owner für jeden Agent.&lt;/strong&gt; Die Agent-Registry im Microsoft 365 admin center (&lt;strong&gt;Agents &amp;gt; All agents &amp;gt; Registry&lt;/strong&gt;) listet Agents plattformübergreifend auf (Copilot Studio, Agent Builder, Partner- und Microsoft-Agents) und zeigt &lt;strong&gt;Agents without owners&lt;/strong&gt; als Kennzahl ganz oben. Für die Inventarsicht brauchst du keine Zusatzlizenz, nur die passende Rolle; &lt;strong&gt;AI Reader&lt;/strong&gt; ist die Variante mit den geringsten Rechten. Einen neuen Owner zuweisen kann nur AI Administrator (oder Global Administrator).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Owner vs. Sponsor.&lt;/strong&gt; Für Agents mit einer Microsoft Entra Agent ID trennt Entra zwei Rollen: Der &lt;strong&gt;Owner&lt;/strong&gt; kümmert sich um den technischen Betrieb, der &lt;strong&gt;Sponsor&lt;/strong&gt; ist die fachlich verantwortliche Person, die entscheidet, ob der Agent noch gebraucht wird und welche Zugriffe er bekommt. Jede Agent-Identität braucht mindestens einen Sponsor, und verlässt ein Sponsor das Unternehmen, geht die Sponsorschaft automatisch an seine Führungskraft über. Nutze beide Rollen. „Die IT hat ihn gebaut“ ist nicht dasselbe wie „der Fachbereich braucht ihn“.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Freigabe für Aktionen.&lt;/strong&gt; Cowork fragt vor sensiblen Aktionen nach Freigabe. In Copilot Studio gestaltest du das selbst: Human-in-the-Loop-Schritte in Agent Flows für alles, was große Wirkung hat oder sich nicht rückgängig machen lässt. Ein Detail, das man kennen sollte: &lt;strong&gt;Event-Trigger in Copilot Studio authentifizieren sich mit den Anmeldedaten des Makers.&lt;/strong&gt; Nutzer eines veröffentlichten Agents können so über die Zugriffe des Makers an Daten kommen. Least Privilege gilt also auch für Maker.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Registry.&lt;/strong&gt; Microsoft führt die Agent-Ansichten aus Entra und dem Microsoft 365 admin center in Agent 365 zusammen, sodass du am Ende ein Inventar statt drei hast. Agents anderer Plattformen lassen sich ebenfalls in die Registry synchronisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Entra-ID-Wildwuchs im Griff.&lt;/strong&gt; Jeder Agent mit eigener Identität bringt neue Objekte ins Verzeichnis: Blueprints, Agent-Identitäten, eventuell Agent-User. Behandle sie wie jede andere nicht-menschliche Identität: Conditional Access, Access Packages mit Ablaufdatum und Lifecycle Workflows, die Sponsor-Wechsel abfangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lifecycle, Lizenzen und Kosten.&lt;/strong&gt; Agents lassen sich im admin center blockieren, löschen (mit 30 Tagen Wiederherstellungsfrist) und neu zuweisen. Auf der Kostenseite laufen Cowork und andere nutzungsbasiert abgerechnete Dienste über &lt;strong&gt;Copilot Credits&lt;/strong&gt; und werden unter &lt;strong&gt;Copilot &amp;gt; Cost Management&lt;/strong&gt; verwaltet.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id="schnelles-inventar-mit-microsoft-graph"&gt;Schnelles Inventar mit Microsoft Graph
&lt;/h3&gt;&lt;p&gt;Wenn du die Registry im Skript brauchst, etwa für einen Monatsbericht oder ein Review mit dem Fachbereich, gibt es in Microsoft Graph die Package Management API. Sie ist unter &lt;code&gt;v1.0&lt;/code&gt; verfügbar, braucht &lt;code&gt;CopilotPackages.Read.All&lt;/code&gt; (delegiert oder als Anwendungsberechtigung) und &lt;strong&gt;setzt eine Microsoft-Agent-365-Lizenz voraus&lt;/strong&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;div class="highlight"&gt;&lt;div class="chroma"&gt;
&lt;table class="lntable"&gt;&lt;tr&gt;&lt;td class="lntd"&gt;
&lt;pre tabindex="0" class="chroma"&gt;&lt;code&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 1
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 2
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 3
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 4
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 5
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 6
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 7
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 8
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt; 9
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt;10
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt;11
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt;12
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt;13
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt;14
&lt;/span&gt;&lt;span class="lnt"&gt;15
&lt;/span&gt;&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;&lt;/td&gt;
&lt;td class="lntd"&gt;
&lt;pre tabindex="0" class="chroma"&gt;&lt;code class="language-powershell" data-lang="powershell"&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="c"&gt;# Requires: Microsoft.Graph.Authentication, permission CopilotPackages.Read.All&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nb"&gt;Connect-MgGraph&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-Scopes&lt;/span&gt; &lt;span class="s2"&gt;&amp;#34;CopilotPackages.Read.All&amp;#34;&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-NoWelcome&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="c"&gt;# Only packages that surface in Copilot, i.e. agents&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nv"&gt;$uri&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="s2"&gt;&amp;#34;https://graph.microsoft.com/v1.0/copilot/admin/catalog/packages?&lt;/span&gt;&lt;span class="se"&gt;`$&lt;/span&gt;&lt;span class="s2"&gt;filter=supportedHosts/any(h:h eq &amp;#39;Copilot&amp;#39;)&amp;#34;&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nv"&gt;$agents&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="k"&gt;while&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;(&lt;/span&gt;&lt;span class="nv"&gt;$uri&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;)&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;{&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt; &lt;span class="nv"&gt;$page&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="nb"&gt;Invoke-MgGraphRequest&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-Method&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;GET&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-Uri&lt;/span&gt; &lt;span class="nv"&gt;$uri&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt; &lt;span class="nv"&gt;$page&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;.&lt;/span&gt;&lt;span class="py"&gt;value&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt; &lt;span class="nv"&gt;$uri&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;=&lt;/span&gt; &lt;span class="nv"&gt;$page&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;.&lt;/span&gt;&lt;span class="s1"&gt;&amp;#39;@odata.nextLink&amp;#39;&lt;/span&gt; &lt;span class="c"&gt;# follow paging until no nextLink is returned&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="p"&gt;}&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt;&lt;span class="nv"&gt;$agents&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;|&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt; &lt;span class="nb"&gt;Select-Object&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;displayName&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;type&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;platform&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;publisher&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;isBlocked&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;availableTo&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;deployedTo&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;,&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;lastModifiedDateTime&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;|&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt; &lt;span class="nb"&gt;Sort-Object&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;lastModifiedDateTime&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;|&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span class="line"&gt;&lt;span class="cl"&gt; &lt;span class="nb"&gt;Export-Csv&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-Path&lt;/span&gt; &lt;span class="p"&gt;.\&lt;/span&gt;&lt;span class="nb"&gt;agent-inventory&lt;/span&gt;&lt;span class="p"&gt;.&lt;/span&gt;&lt;span class="py"&gt;csv&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-NoTypeInformation&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;-Encoding&lt;/span&gt; &lt;span class="n"&gt;utf8&lt;/span&gt;
&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/code&gt;&lt;/pre&gt;&lt;/td&gt;&lt;/tr&gt;&lt;/table&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Die Sortierung nach &lt;code&gt;lastModifiedDateTime&lt;/code&gt; ist ein günstiger erster Lifecycle-Check: Agents, die sich seit einem Jahr nicht verändert haben, kommen als Erste auf den Prüfstand. Für die Owner-Frage ist die Ansicht &lt;strong&gt;Agents without owners&lt;/strong&gt; im admin center weiterhin der schnellste Einstieg.&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="worauf-du-achten-solltest"&gt;Worauf du achten solltest
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;Eine Spending Policy ist Zugriffssteuerung und Budget zugleich. Bei Cowork bekommt jeder Zugriff, der im Geltungsbereich einer Policy mit Cowork liegt, selbst wenn das Limit bei einem einzigen Credit liegt. Wer draußen bleiben soll, gehört nicht in die Policy.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;strong&gt;„Auto-apply new services“&lt;/strong&gt; ist standardmäßig aktiv. Neue nutzungsbasierte Dienste können so automatisch mit abgedeckt werden. Wenn du jeden neuen Dienst erst prüfen willst (eine vernünftige Haltung bei Change-Prozessen im NIS2-Umfeld), schalte es ab.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Setz Limits pro Nutzer. Sonst verbraucht ein begeisterter Anwender die Credits des ganzen Monats.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Agent 365 ist gestaffelt lizenziert. Registry-Inventar und Basisaktionen (blockieren, löschen, Owner neu zuweisen) sind in Microsoft 365 Enterprise, Business, Education und Frontline enthalten. Policy-Vorlagen, Observability, mandantenweite Tool-Steuerung und die Graph API brauchen Microsoft 365 E7 oder Agent 365. Prüf die Service Description, bevor du ein Feature zusagst.&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Namen und Admin-Pfade ändern sich laufend. Die Umbenennung zu Microsoft Copilot ist frisch; Screenshots in deiner internen Doku veralten schneller, als dir lieb ist.&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;h2 id="fazit"&gt;Fazit
&lt;/h2&gt;&lt;p&gt;Bau die Landkarte einmal und ordne jedes neue Copilot-Feature darauf ein, statt jedes Mal von vorn zu diskutieren. Entscheide mit den vier Fragen, wie hoch ein Use Case gehen soll, und nimm die Zusatzfrage ernst: Wenn ihn niemand verantwortet, wird er nicht gebaut. Für die Agents, die es schon gibt, zeigt dir die Registry genau, wo ein Owner fehlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf welcher Stufe sind die meisten deiner Nutzer heute, und wie vielen Agents in deiner Registry fehlt schon jetzt ein Owner?&lt;/p&gt;
&lt;h2 id="quellen"&gt;Quellen
&lt;/h2&gt;&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/microsoft-365-copilot-overview" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Copilot overview – Funktionen in Microsoft-365-Apps&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/microsoft-copilot-requirements" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Copilot requirements (inkl. Hinweis zur Umbenennung)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/copilot/manage" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Manage Microsoft Copilot Chat – Berechtigung&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/agent-essentials/m365-agents-admin-guide" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agents admin guide for Microsoft 365 – Lizenzszenarien&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/extensibility/copilot-studio-experience" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Choose between Agent Builder and Copilot Studio&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/cowork/" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Copilot Cowork overview&lt;/a&gt; und &lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/cowork/cowork-admin-governance" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Manage Copilot Cowork for your organization&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/copilot/usage-based-billing-overview-copilot-credits" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Understand usage-based billing for Copilot Credits&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-registry" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Manage the agent registry in the Microsoft 365 admin center&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365/admin/manage/agent-roles-perms" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agent management roles and permissions&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/office365/servicedescriptions/microsoft-agent-365/microsoft-agent-365" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Microsoft Agent 365 Service Description – Funktionsverfügbarkeit&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/agent-id/agent-owners-sponsors-managers" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Owners, sponsors and managers in Microsoft Entra Agent ID&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/entra/agent-id/agent-registry-convergence" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Agent registry convergence with Microsoft Agent 365&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-copilot-studio/authoring-triggers-about" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Copilot Studio event triggers – Überblick&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;&lt;a class="link" href="https://learn.microsoft.com/microsoft-365-copilot/extensibility/api/admin-settings/package/copilotpackages-list" target="_blank" rel="noopener"
 &gt;Graph: List packages (Package Management API)&lt;/a&gt;&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Inspiriert von einem LinkedIn-Post von Marcel Broschk &lt;!-- TODO Daniel: Link zum LinkedIn-Post ergänzen --&gt; über die Session &lt;em&gt;„Copilot everywhere: Chat, Agents, Automatisierung: wie finde ich mich noch zurecht?“&lt;/em&gt; von Patrick Kelbch auf der M365 Con D-A-CH.&lt;/p&gt;</description></item></channel></rss>